Niemand braucht schlechte Texte

Wer auch nur die gerings­ten Ansprü­che an Qua­li­tät, Krea­ti­vi­tät und Pro­fes­sio­na­li­tät stellt, wird sich von den soge­nann­ten Text­por­ta­len fern­hal­ten. Es ist ein­leuch­tend, dass kein pro­fes­sio­nel­ler Autor und Tex­ter bereit und wil­lens ist, gut recher­chier­te und Mehr­wert schaf­fen­de Tex­te zu unter­schied­li­chen The­men für 0,7 — 4 Cent pro Wort zu schrei­ben. Nie­mand, der etwas kann, wird sich unter Wert ver­kau­fen wol­len.

Wer also den­noch bereit ist, sei­ne Zeit, Arbeits­kraft und sein Wis­sen der­art zu ver­ram­schen, muss sich ent­we­der in einer extre­men finan­zi­el­len Not­la­ge befin­den, oder kann schlicht nicht rech­nen.

Kaum jemand, der sei­ne Sin­ne bei­sam­men hat, wird sich für einen Stun­den­lohn von fünf Euro oder deut­lich dar­un­ter als Schreib­knecht ver­din­gen. Blei­ben noch die Hob­by-Tex­ter, die sich auf den ein­schlä­gi­gen Text­por­ta­len ein win­zi­ges Taschen­geld hin­zu­ver­die­nen. Meist han­delt es sich hier­bei um Schü­ler, Haus­frau­en und Rent­ner, denen es meist ziem­lich gleich­gül­tig ist, wie lan­ge sie für die Tex­ter­stel­lung inklu­si­ve Recher­che brau­chen.

Pro­fes­sio­nel­le Tex­ter wird man natür­lich eher sel­ten in die­sem Umfeld fin­den. Ganz im Gegen­teil ist es eher fol­ge­rich­tig, dass Ama­teu­re für Dum­ping­prei­se kei­ne hoch­wer­ti­gen Tex­te lie­fern kön­nen. Das ist die eine Sei­te der Medail­le.

 

Schlechte Texte bleiben ohne Beachtung

Profi-Texte schaffen MehrwertDie ande­re Sei­te der Medail­le sind die Abneh­mer des Bil­lig-Con­tents. Da sind ein­mal die Auf­trag­ge­ber, die aus Unwis­sen­heit über das Wesen der Text­por­ta­le und die dort erhält­li­che Qua­li­tät in eben­die­se stol­pern, weil sie schnell mal einen bestimm­ten Text brau­chen.

Die­sen Abneh­mern schlech­ter und mäßig guter Tex­te kann man noch zugu­te hal­ten, dass sie es ein­fach nicht bes­ser wis­sen. Sie ken­nen nicht den Unter­schied zwi­schen einem sehr guten und einem eher schlech­ten Text.

Wie aber so oft schützt Unwis­sen­heit nicht vor Stra­fe. Stra­fe der­ge­stalt, dass zum Bei­spiel schlech­te Tex­te als Web­site-Con­tent schlicht­weg unbe­ach­tet blei­ben, weil sich wirk­lich nie­mand für sie inter­es­siert. War mit dem Kauf und der Ver­wen­dung bil­li­ger Tex­te mäßi­ger Qua­li­tät even­tu­ell beab­sich­tigt gewe­sen, irgend­ei­nen Mehr­wert zu erzie­len, so wird sich die­ser ganz sicher nicht ein­stel­len.

 

Kann wirklich jeder gute Texte schreiben?

Ja, und dann gibt es noch die, denen die Qua­li­tät der Tex­te fast völ­lig gleich­gül­tig ist. Jene, die zum Bei­spiel nach dem Prin­zip “quick and dir­ty” ein­fach in kür­zes­ter Zeit so vie­le E-Books auf Ama­zon ver­mark­ten wie mög­lich. Wenn das Cover des E-Books nur halb­wegs anspre­chend ist, ist der Inhalt schon fast egal. Haupt­sa­che der 3,99-Shit wird schnell bezahlt und gedown­loa­ded.

Sol­che Auf­trag­ge­ber von Texter­zeug­nis­sen schrei­ben nie etwas selbst. Sie sind tat­säch­lich der Mei­nung, dass sie ein “Buch” schrei­ben kön­nen, ohne selbst schrei­ben zu müs­sen — und dass das funk­tio­niert. Sie mana­gen ihre Pro­jek­te ledig­lich und suchen für das Schrei­ben ganz bewusst Ama­teu­re, die für maxi­mal zwei Cent je Wort sehr viel tex­ten und dabei zwangs­läu­fig fuschen müs­sen, wenn sie über­haupt etwas ver­die­nen wol­len.

Selbst­ver­ständ­lich wird von die­sen Schreib­knech­ten ver­langt, die kom­plet­te Recher­che für das “Buch” auch gleich noch mit zu erle­di­gen. Manch ein Auf­trag­ge­ber, der in Wirk­lich­keit gar kein rich­ti­ger Unter­neh­mer ist, sucht also Dum­me. Und die sol­len “Bücher” schrei­ben, die Umsatz machen. Das ist schon fast wie­der wit­zig, oder?

 

Preisdumping hat Qualitätsdumping zur Folge

Was man von sol­chen Geschäf­ten hal­ten soll, die nur auf den schnel­len Pro­fit abzie­len ohne Rück­sicht auf die Ver­lus­te aller ande­ren, mag jeder für sich ent­schei­den. Mir geht es um die Qua­li­tät von Texter­zeug­nis­sen aller Art. Und die lei­det in dem skiz­zier­ten Umfeld bzw. ist dort kaum vor­zu­fin­den.

Natur­ge­mäß folgt dem Preis­dum­ping zwangs­läu­fig immer das Qua­li­täts­dum­ping. Mal ehr­lich, wer kann von einem armen Schreib­knecht so etwas wie Krea­ti­vi­tät, Ori­gi­na­li­tät und Qua­li­tät erwar­ten?

Wer im Schrei­ben nicht nur eine mecha­ni­sche Hand­lung sieht, son­dern davon aus­geht, dass vor dem Tip­pen der ein­zel­nen Buch­sta­ben das Nach­den­ken kommt, wird ermes­sen kön­nen, welch har­te gedank­li­che Arbeit zum Bei­spiel in einem guten Ver­kaufstext steckt.

Sol­che Tex­te fül­len nicht nur eine Flä­che aus, son­dern sind in der Lage, für eine Sache oder einen Sach­ver­halt Inter­es­se zu wecken, zu begeis­tern und den Leser schließ­lich zum Kun­den zu machen, weil sie eine Pro­blem­lö­sung anbie­ten. Gute Tex­te schaf­fen Mehr­wert, schlech­te Tex­te erzeu­gen all­seits Frust und kos­ten Kun­den.

 

Ein professioneller Texter ist ein Ausnahmekönner

Kein Auf­trag­ge­ber für Tex­te aller Art kann doch allen Erns­tes der Mei­nung sein, dass ein unter Druck ste­hen­der Schreib­knecht für zwei bis vier Cent je Wort krea­tiv sein und eine auch nur ansatz­wei­se gute Arbeit ablie­fern kann.

Mise­ra­ble Bezah­lung und Qua­li­tät schlie­ßen sich immer und über­all aus. Die Qua­li­täts­un­ter­schie­de zwi­schen ama­teur­haf­ten und pro­fes­sio­nel­len schrift­li­chen Aus­ar­bei­tun­gen wer­den jedem nur all­zu klar, der sie ein­mal liest.

Für die Erstel­lung sinn­vol­ler, inter­es­san­ter und les­ba­rer Tex­te, die einen Mehr­wert lie­fern sol­len, ist es von ent­schei­den­der Bedeu­tung, dass sich der Autor in die Befind­lich­kei­ten der jewei­li­gen Ziel­grup­pe hin­ein­ver­set­zen kann.

Ein pro­fes­sio­nel­ler Tex­ter und Autor ist des­halb ein Aus­nah­me­kön­ner mit Sprach­ge­fühl und meist lang­jäh­ri­ger Erfah­rung. Das ist auch genau der Grund, war­um es so weni­ge Aus­nah­me­kön­ner gibt. Wie vie­le die­ser Pro­fis wer­den sich wohl auf den Text­por­ta­len tum­meln und sich dort für zwei bis vier Cent je Wort pro­sti­tu­ie­ren?