Pressemitteilung schreiben, so geht’s!

Eine Pres­se­mit­tei­lung ist kein SEO-Text, kei­ne wis­sen­schaft­li­che Abhand­lung usw. Beim Pres­se­mit­tei­lung schrei­ben beschränkt man sich auf das Wesent­li­che. Selbst­ver­ständ­lich muss dabei ein Nach­rich­ten­wert vor­han­den sein. Wenn dies nicht der Fall ist, ist der schöns­te Text sinn­los und wan­dert in den Papier­korb.

Das Wesent­li­che einer Nach­richt sach­lich in aller Kür­ze und inter­es­sant in Text­form zu brin­gen, ist die Kunst beim Pres­se­mit­tei­lung schrei­ben.

 

Was ist das Wichtigste bei einer Nachricht?

Das wird bei einer Pres­se­mit­tei­lung durch die Beant­wor­tung der W-Fra­gen offen­bar:

  • Wer?
  • Was?
  • Wann?
  • Wo?
  • Wie?
  • War­um?
  • Woher?

Eine Pres­se­mit­tei­lung schrei­ben – das setzt die Beant­wor­tung die­ser Fra­gen am Anfang des Tex­tes vor­aus. Und schon mit der Über­schrift soll­te klar­ge­macht wer­den, wor­um es im wei­te­re Ver­lauf geht bzw. was die Neu­ig­keit ist.

Die Beant­wor­tung der W-Fra­gen gleich am Anfang eines Tex­tes sagt dem Leser, was er wis­sen und war­um er unbe­dingt wei­ter­le­sen muss.

Ganz neben­bei ist das Auf­grei­fen der W-Fra­gen in jedem Text, so auch bei einer Pres­se­mit­tei­lung, sehr gut für SEO. Denn die W-Fra­gen zei­gen auch, wie die Such­an­fra­gen der Leser bei den Such­ma­schi­nen aus­se­hen.

 

Pressemitteilung muss interessant und glaubwürdig sein

Pressemitteilung schreiben - so geht es!Ist die Nach­richt, die ich ver­brei­ten will, wirk­lich inter­es­sant und damit über­haupt eine Pres­se­mit­tei­lung wert? Ist die Nach­richt so span­nend, dass sie abge­druckt bzw. ver­öf­fent­licht wird?

Eine Pres­se­mit­tei­lung schrei­ben bedeu­tet kei­nes­falls, irgend­wie Wer­bung dar­in zu plat­zie­ren, son­dern sie neu­tral zu hal­ten. Hier gilt die Regel: Eine Pres­se­mel­dung ist kein Wer­be­text.

Das Ziel beim Pres­se­mit­tei­lung schrei­ben muss es sein, dass die­se mög­lichst unge­kürzt über­nom­men wird. Das bedeu­tet, dass Glaub­wür­dig­keit das A und O einer Pres­se­mit­tei­lung ist. Glaub­wür­dig­keit bedeu­tet übri­gens, auf nicht nach­weis­ba­re Behaup­tun­gen zu ver­zich­ten.

 

Gibt es einen Nachrichtenwert?

Was kei­nen Nach­rich­ten­wert hat, also als unin­ter­es­sant erscheint, wird auch nicht ver­öf­fent­licht. Vor dem Ver­fas­sen einer Pres­se­mit­tei­lung soll­te man sich schon über­le­gen, was für die Leser der Ziel­grup­pe von Inter­es­se sein könn­te.

Genau­so wich­tig wie bei Web­tex­ten ist die Beant­wor­tung der Fra­ge: “Wird ein Pro­blem gelöst, das die Men­schen betrifft oder inter­es­siert?” Es ist immer wich­tig, eine span­nen­de und infor­ma­ti­ve Nach­richt zu lie­fern.

Eine Pres­se­mit­tei­lung muss immer aktu­ell sein, denn nie­mand inter­es­siert sich für die Nach­rich­ten von vor­ges­tern. Eine Pres­se­mit­tei­lung ent­hält dem­entspre­chend nur aktu­el­le Mel­dun­gen. Das erhöht ihren Nach­rich­ten­wert.

Der Nach­rich­ten­wert ent­schei­det letzt­lich dar­über, ob eine Pres­se­mit­tei­lung ver­öf­fent­licht wird, oder letzt­lich wie in 80 Pro­zent der Fäl­le im Papier­korb lan­det.

 

Länge einer Pressemitteilung

Eine Grund­re­gel für das Ver­fas­sen einer Pres­se­mit­tei­lung lau­tet: „Man kann über alles schrei­ben, nur nicht über eine Sei­te!”

Es ist also not­wen­dig, die Nach­richt auf einer DIN A4-Sei­te unter­zu­brin­gen, wobei ein Zei­len­ab­stand von 1,5 ver­wen­det wer­den soll. Wie bei allen ande­ren Tex­ten auch, sind auch bei einer Pres­se­mit­tei­lung pas­sen­de Zwi­schen­über­schrif­ten sehr sinn­voll.

Je kür­zer und span­nen­der eine Pres­se­mel­dung ist, umso bes­ser. Auf jeden Fall soll­te dar­auf ver­zich­tet wer­den, eine Pres­se­mit­tei­lung künst­lich auf­zu­blä­hen. Denn was nur Füll­text ist und kei­ne Infor­ma­tio­nen ent­hält, wird mit Sicher­heit nicht ver­öf­fent­licht.

 

Pressemitteilung schreiben und KISS-Formel

Beim Schrei­ben einer Pres­se­mit­tei­lung ist es über­aus wich­tig, die Sät­ze mög­lichst kurz zu hal­ten. Schach­tel­sät­ze sind unbe­dingt zu ver­mei­den. Eine Pres­se­mit­tei­lung soll jeder ver­ste­hen kön­nen. Des­halb gilt auch hier die KISS-For­mel: „Keep It Short and Simp­le“. Oder auf deutsch in etwa so: “Fas­se dich kurz und (schrei­be) leicht ver­ständ­lich.”

Beim Schrei­ben der Pres­se­mit­tei­lung soll­te auf Fremd­wör­ter und zu vie­le Fach­be­grif­fe ver­zich­tet wer­den. Das Mot­to ist hier: Je prä­zi­ser und prä­gnan­ter, umso bes­ser. Also alles sach­lich, kurz und ein­deu­tig schrei­ben. Eine Pres­se­mit­tei­lung zu schrei­ben, bedeu­tet immer ein­fach zu schrei­ben!

 

AIDA-Formel ist für eine Pressemitteilung wichtig

Das Mit­tel, um eine Pres­se­mit­tei­lung inter­es­sant zu gestal­ten, ist die kon­se­quen­te Anwen­dung der AIDA-For­mel. AIDA steht dabei für A wie „Atten­ti­on“, I wie „Inte­rest“, D wie „Desi­re“ und A wie „Action“.

Betrach­tet man die­se Hand­lungs­an­wei­sung beim Ver­fas­sen einer Pres­se­mit­tei­lung, wird man fest­stel­len, dass die Struk­tur bei der Tex­ter­stel­lung auch hier der AIDA-For­mel folgt.

 

Die Grundstruktur jeder Pressemitteilung:

  • Über­schrift
  • Unter­zei­le
  • Anrei­ßer
  • Mit­tel­teil
  • Abbin­der

 

Überschrift einer Pressemitteilung schreiben

Bei einer Pres­se­mit­tei­lung ist die Über­schrift von ent­schei­den­der Bedeu­tung, denn der Leser wird nicht wei­ter­le­sen, wenn nicht schon mit den aller­ers­ten Wor­ten das Inter­es­se geweckt wird, auch den Rest der Pres­se­mit­tei­lung zu lesen. Des­halb muss die Über­schrift sofort den Inhalt der Pres­se­mit­tei­lung wie­der­ge­ben, denn sie ent­schei­det, ob der Nach­rich­ten­text auch zu Ende gele­sen wird.

Die Über­schrift muss es schaf­fen, in drei bis sie­ben Wor­ten den Inhalt der gan­zen Pres­se­mit­tei­lung zusam­men­zu­fas­sen. Dar­aus folgt, dass die Über­schrift bzw. Schlag­zei­le kurz ist und die Kern­aus­sa­ge der Nach­richt auf den Punkt bringt. Die Über­schrift ist dem­nach die Kurz­fas­sung der Pres­se­mit­tei­lung, die die wich­tigs­ten Schlüs­sel­wör­ter der Nach­richt auf­greift.

Die wich­tigs­te Arbeit beim Pres­se­mit­tei­lung schrei­ben ist die Wahl der Über­schrift. Hier ent­schei­det sich alles, denn die Über­schrift muss neu­gie­rig machen.

Es bie­tet sich übri­gens oft­mals an, die Über­schrift erst nach Voll­endung der Pres­se­mit­tei­lung zu ent­wer­fen, denn dann ist klar, wel­ches die wich­tigs­ten Schlüs­sel­wor­te der Pres­se­mit­tei­lung sind.

 

Unterzeile einer Pressemitteilung ist kurz

In der Unter­zei­le müs­sen alle Schlüs­sel­wör­ter der Pres­se­mit­tei­lung vor­han­den sein, um mit ca. 200 Zei­chen noch mehr Inter­es­se am Wei­ter­le­sen zu wecken.

Die Unter­zei­le einer Pres­se­mit­tei­lung ist sehr wich­tig, denn sie hilft, den Leser zu fes­seln, indem kurz und prä­gnant alle rele­van­ten Fak­ten der Nach­richt genannt wer­den.

 

Anreißer einer Pressemitteilung schreiben

Nach­dem der Leser die Über­schrift und die Unter­zei­le gele­sen hat und sich für mehr inter­es­siert, ist es nun die Auf­ga­be des Anrei­ßers, das The­ma der Pres­se­mit­tei­lung kurz und sach­lich zu erklä­ren. In aller Kür­ze muss alles gesagt wer­den, wor­um es in der Nach­richt geht.

Hier müs­sen die wich­tigs­ten Infor­ma­tio­nen mit­ge­teilt und die W-Fra­gen beant­wor­tet wer­den: Wer hat WAS, WANN, WO und WARUM getan?

 

Mittelteil einer Pressemitteilung vertieft das Thema

Wur­den im Anrei­ßer die W-Fra­gen beant­wor­tet, wird im Mit­tel­teil einer Pres­se­mit­tei­lung auf wei­te­re Infor­ma­tio­nen der Nach­richt ein­ge­gan­gen.

Dabei wird hier­ar­chisch vor­ge­gan­gen, d.h die wich­ti­gen Infor­ma­tio­nen gehö­ren an den Anfang des Mit­tel­teils, die weni­ger wich­ti­gen gehö­ren an das Ende.

Der Mit­tel­teil einer Pres­se­mit­tei­lung ent­hält genaue­re Infor­ma­tio­nen, Hin­ter­grün­de, Per­spek­ti­ven, Mei­nun­gen und Erklä­run­gen zum The­ma. Ent­spre­chend wird im Mit­tel­teil das The­ma ver­tieft.

 

Am Ende kommt der Abbinder

Der Abbin­der, oder oft­mals auch Boi­ler­pla­te genannt, bezeich­net einen gleich­blei­ben­den Text­block am Ende der Pres­se­mit­tei­lung.

Der Abbin­der lie­fert Infor­ma­tio­nen zum Ver­fas­ser der Pres­se­mit­tei­lung, die Adres­se und den Ansprech­part­ner für Jour­na­lis­ten. Auf die eige­ne Web­site kann hier übri­gens auch ver­wie­sen wer­den.

 

Die Kunst beim Pressemitteilung schreiben

Wie wir gese­hen haben, ist es kein Pro­blem eine for­mal kor­rek­te Pres­se­mit­tei­lung zu schrei­ben, wenn man die stets glei­che Text­struk­tur ein­hält. Doch die Text­struk­tur ist nur der eine Teil. Der ande­re ist, Infor­ma­tio­nen mit Nach­rich­ten­wert so in die­se Text­struk­tur zu brin­gen, dass sie Inter­es­se wecken und Lust machen, den gan­zen Text zu Ende zu lesen. Das ist die eigent­li­che Kunst beim Pres­se­mit­tei­lung schrei­ben.



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