Worüber schreibt ein Texter?

Es gibt durch­aus Unter­schie­de zwi­schen Auto­ren, Wer­be­tex­tern oder ein­fach nur Tex­tern. Aller­dings gibt es viel mehr Über­schnei­dun­gen als Tren­nen­des, wenn es um die Tätig­keit des Schrei­bens geht. Autor und Tex­ter ist man oft­mals in einer Per­son. Ein Wer­be­tex­ter ist da schon in der Regel etwas spe­zia­li­sier­ter, weil auf Ver­kauf und Ver­trieb aus­ge­rich­tet.

Was sagt Wiki­pe­dia dazu? „Ein Autor (latei­nisch auc­tor ‚Urhe­ber‘, ‚Schöp­fer‘, ‚För­de­rer‘, ‚Ver­an­las­ser‘) ist der Ver­fas­ser oder geis­ti­ge Urhe­ber eines sprach­li­chen Wer­kes, das aber auch illus­triert sein und zuwei­len mehr Bil­der als Text ent­hal­ten kann (z.B. Bil­der­buch, Comic, Foto­ro­man). Meist ver­fas­sen Auto­ren im wei­tes­ten Sinn „lite­ra­ri­sche“ Wer­ke, die den Gat­tun­gen Epik, Dra­ma und Lyrik oder auch der Fach-und Sach­li­te­ra­tur zuge­ord­net wer­den.“

 

Ein Autor schreibt nicht primär für das Internet

Was macht ein Texter, worüber schreibt er?Ohne jetzt jeman­dem zu nahe tre­ten zu wol­len, möch­te ich die Arbeit eines Autors so cha­rak­te­ri­sie­ren, dass er nicht pri­mär für das Inter­net schreibt. Zwar sind auch hier die Gren­zen in letz­ter Zeit flie­ßend gewor­den, aber der Schwer­punkt des Autors für Epik, Dra­ma, Lyrik, Fach- und Sach­li­te­ra­tur ist sicher nach wie vor der Bereich des gedruck­ten Wor­tes. Wenn­gleich mitt­ler­wei­le eini­ges an Fach- und Sach­li­te­ra­tur auch im Inter­net zugäng­lich ist. Nur wird sie eben nicht pri­mär zum Bei­spiel als E-Book ver­öf­fent­licht.

 

Einen guten Text schreiben kann nicht jeder

Der Tex­ter hin­ge­gen schreibt, wenn es sich nicht gera­de um einen spe­zia­li­sier­ten Wer­be­tex­ter han­delt, in der Regel Tex­te vor allem für das Inter­net. Hier gibt es einen rie­si­gen Bedarf an guten Tex­ten. Denn um eine Inter­net­sei­te gleich wel­cher The­ma­tik gut in den Such­ergeb­nis­sen zu plat­zie­ren, bedarf es stän­dig aktu­el­ler und ein­zig­ar­ti­ger, weil unver­wech­sel­ba­rer Inhal­te.

Der Tex­ter für Blogs und ande­re Web­sei­ten, der SEO-Tex­te schreibt, und der auch noch zum Bei­spiel Pres­se­mit­tei­lun­gen schrei­ben kann, könn­te sich im Prin­zip über zu wenig Arbeit nicht bekla­gen.

 

Was macht einen guten Texter aus?

Das Pro­blem ist ein ande­res: Es gibt viel zu weni­ge davon, die die nöti­gen Vor­aus­set­zun­gen mit­brin­gen und damit die Anfor­de­run­gen erfül­len, die die­ser Beruf mit sich bringt.

Ein Tex­ter und Autor, der the­ma­tisch aus­ge­rich­te­te Inhal­te für das Inter­net erstellt, muss schon eine gewis­se jour­na­lis­ti­sche Bega­bung vor­wei­sen kön­nen. Kom­ple­xe The­men erfor­dern auch län­ge­re Tex­te, die stra­te­gisch geplant und ziel­ge­rich­tet sein müs­sen. Denn nichts stößt einen Leser und poten­ti­el­len Kun­den mehr ab als zusam­men­hang­lo­ses und nichts­sa­gen­des Geschreib­sel.

Der Tex­ter und Autor, der sehr gute Inhal­te lie­fert, ist zwangs­läu­fig immer auch ein guter Wer­be­tex­ter, der beim Leser die rich­ti­gen Knöp­fe drückt. Wäre er es nicht, blie­ben sei­ne Tex­te wir­kungs­los. Um es ein­mal mit den eng­li­schen Begrif­fen zu for­mu­lie­ren: Ein guter Tex­ter ist sowohl ein Con­tent Wri­ter wie auch ein Copy­wri­ter.

 

Die Realität sieht oft anders aus

Wir leben in einer Zeit, in der man den Leu­ten ein­re­det, dass jeder alles kann, wenn er nur fle­xi­bel und anpas­sungs­fä­hig genug ist und sich anstrengt. Auch dann, wenn der erziel­te Stun­den­lohn schon jetzt nicht zum Leben reicht und direkt ohne Umwe­ge in die Alters­ar­mut führt.

Das beschleu­nig­te und ent­grenz­te Inter­net benö­tigt zwar drin­gend sehr viel mehr gute Auto­ren und Tex­ter, die Qua­li­tät lie­fern kön­nen, aber so manch ein Auf­trag­ge­ber will nicht wahr­ha­ben, dass Qua­li­tät natür­lich Aus­bil­dung, Wis­sen, Erfah­rung und auch Krea­ti­vi­tät vor­aus­setzt.

Dass es hier zwi­schen der Wirk­lich­keit und deren Wahr­neh­mung gro­ße Abwei­chun­gen gibt, liegt aber auch dar­an, dass es Heer­scha­ren von hoch moti­vier­ten Ama­teu­ren gibt, die sich für nichts zu scha­de sind. Hier ist man oft­mals der Mei­nung, dass man als Tex­ter arbei­ten und Geld ver­die­nen kann, nur weil man schon ein­mal etwas von „Word“ gehört hat.

 

Manch einer macht sich etwas vor

Gera­de Nichts­kön­ner machen sich etwas vor, haben oft­mals noch nie einen Duden in der Hand gehal­ten und schrei­ben sich völ­lig unbe­küm­mert um Kopf und Kra­gen – inhalt­lich und auch preis­lich. Hier kann und will man nicht ver­ste­hen, dass guter und anspre­chen­der Inhalt mehr als nur eine blo­ße Füll­mas­se ist.

Tat­säch­lich gibt es aber für die­se belie­bi­ge Text-Füll­mas­se durch­aus eine gewis­se Nach­fra­ge. Rei­ne Text-Füll­mas­se hat jedoch kei­ner­lei Wert und bewirkt auch beim Publi­kum bes­ten­falls nichts, ist aber immer­hin für den Auf­trag­ge­ber sehr bil­lig.

 

Was muss ein Texter unbedingt können?

Wenn ein The­ma zu einem Text sau­ber recher­chiert und der Text hand­werk­lich gut für eine bestimm­te Ziel­grup­pe erstellt wur­de, dann ist die­ser Text von vorn­her­ein schon sehr gut für Such­ma­schi­nen opti­miert. Denn dann bie­tet er das, was der Leser sucht. Ist der Text der­art inter­es­sant, dann wird er auch sei­nen Zweck erfül­len: Infor­ma­tio­nen und Wis­sen zu ver­mit­teln und gege­be­nen­falls auch zu ver­kau­fen. Genau so etwas will Goog­le – und ande­re Such­ma­schi­nen natür­lich auch.

Des­halb ran­gie­ren dann die guten Inhal­te auch ganz oben, weil sie ein­fach nur qua­li­ta­tiv gut sind, ohne dass sie u.U. nach den Richt­li­ni­en der SEO-Gurus zu 100 Pro­zent opti­miert sind. Inhalts­lee­re und schlech­te Tex­te blei­ben hin­ge­gen inhalts­lee­re und schlech­te Tex­te, auch wenn sie voll­stän­dig SEO sind und nach WDF*IDF opti­miert wur­den.

Dar­aus ergibt sich fol­gen­de Regel beim Schrei­ben von Tex­ten für Inter­net­sei­ten, um die­se mit Inhal­ten zu fül­len: Der jewei­li­ge Text muss inter­es­sant und gut struk­tu­riert sein, am bes­ten natür­lich ein­zig­ar­ti­gen Inhalt lie­fern. Einen Mehr­wert bie­tet er zudem auch, weil er vie­le Infor­ma­tio­nen und/oder Wis­sen ver­mit­telt. Und wenn dann auch noch die SEO-Vor­ga­ben nicht gänz­lich außer Acht gelas­sen wur­den, dann wur­de alles rich­tig gemacht.

 

Warum sollte man Texter werden?

Tex­ter soll­te man dann wer­den, wenn man auch schrei­ben kann. Schrei­ben zu kön­nen, ist aber wie schon aus­ge­führt, wesent­lich mehr, als wei­ße Flä­chen mit Buch­sta­ben zu fül­len. Wer denkt, dass man mit Schaum­schlä­ge­rei und inhalts­lee­rem Geschreib­sel schnell Geld ver­die­nen kann, hat ganz sicher auf die fal­schen Rat­ge­ber gehört.

Man kann es gar nicht oft genug sagen: Gutes Schrei­ben setzt Talent, Sprach­ge­fühl, Krea­ti­vi­tät, Wis­sen und Erfah­rung vor­aus – ich den­ke, so in die­ser Rei­hen­fol­ge. Nicht zuletzt soll­te man im Schrei­ben auch eine Beru­fung sehen, denn man muss schon die Lust dazu haben, es jeden Tag wie­der zu tun.

 



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